Gedenkstein für Widerstandskämpfer in Kollund
Ein Gedenken an sechs Männer
An der Ecke Fjordvejen und Skolevej in Kollund steht ein großer Gedenkstein mit sechs Namen, die auf zwei Seiten des Steins verteilt sind. Die Männer verloren während der deutschen Besatzung ihr Leben, doch ihre Schicksale waren unterschiedlich.
Anker Hansen, Karl Marius Laursen und Christian Fries waren im Widerstand tätig. Hans Toft gewährte Widerstandskämpfern Unterkunft, während Jensin Helfred Markussen und Andreas Sørensen Roos im Grenzgendarmeriekorps Dienst leisteten.
Auf einer Seite des Steins stehen die Worte: „De faldt i kamp for Danmarks frihed og ære.“ – „Sie fielen im Kampf für Dänemarks Freiheit und Ehre.“ Auf der anderen Seite wird an die drei Männer erinnert, die ihr Leben lassen mussten, weil Dänemark unfrei war.
Der Stein wurde von den Einwohnern der Gemeinde Bov errichtet und am 20. Februar 1946 enthüllt. Er vereint sechs unterschiedliche Lebensgeschichten in einem gemeinsamen Gedenken an Menschen, die infolge der Besatzung ihr Leben verloren.
Der Kampf am Strandhotel
Anker Hansen und Karl Marius Laursen waren Mitglieder einer Widerstandsgruppe, die unter anderem Sabotageaktionen im Raum Sønderborg durchführte. Im Februar 1944 hielten sie sich im Strandhotel in Kollund auf, nachdem die Deutschen der Gruppe auf die Spur gekommen waren.
Am Morgen des 10. Februar wurde das Hotel von deutschen Kräften umstellt. Es kam zu einem heftigen Feuergefecht, das etwa eine Stunde dauerte. Anker Hansen wurde am Hotel getötet, während Karl Marius Laursen zu fliehen versuchte. Er gelangte in den Keller eines nahe gelegenen Hauses, wo er nach einem weiteren Schusswechsel starb.
Der Hotelwirt Hans Toft wusste, wer die beiden Männer waren, und hatte ihnen Unterkunft gewährt. Nach dem Gefecht wurde er von den Deutschen verhaftet und misshandelt. Er starb am 12. April 1944.
Anker Hansen und Karl Marius Laursen wurden heimlich auf dem militärischen Schießplatz bei Sønderborg begraben. Erst nach der Befreiung wurden ihre sterblichen Überreste gefunden und konnten unter würdigen Bedingungen bestattet werden.
Anker Hansen
Karl Marius Laursen
Widerstand und Gefangenschaft
Christian Fries wurde in Kollund geboren und arbeitete während der Besatzung im militärischen Nachrichtendienst. Unter anderem sammelte er Informationen, die an den dänischen Nachrichtendienst in Schweden weitergeleitet wurden.
Im April 1944 wurde er in Kopenhagen verhaftet und wegen Aktivitäten gegen die Besatzungsmacht angeklagt. Später wurde er über das Internierungslager Frøslev und das Konzentrationslager Neuengamme in das Lager Schwesing bei Husum gebracht. Dort starb er am 18. November 1944 im Alter von 28 Jahren.
Die Grenzgendarme Jensin Helfred Markussen und Andreas Sørensen Roos hatten beide seit 1920 im Raum Kollund Dienst geleistet. Am 21. September 1944 wurden sie zusammen mit einem großen Teil des Personals des Grenzgendarmeriekorps interniert.
Am 5. Oktober wurden sie in das Konzentrationslager Neuengamme deportiert. Andreas Sørensen Roos starb am 27. November 1944, Jensin Helfred Markussen am 11. Januar 1945. Sie wurden Opfer der unmenschlichen Bedingungen, denen die dänischen Gefangenen in den Lagern ausgesetzt waren.
Christian Fries
Andreas Sørensen Roos
Jensin Helfred Markussen
Ein gemeinsames Gedenken
Bei der Enthüllung im Jahr 1946 versammelten sich Einwohner, Angehörige und Vertreter des Heeres, des Grenzgendarmeriekorps und der Widerstandsbewegung um den Stein. Eine militärische Ehrenwache stand am Gedenkstein, und die Feierlichkeit wurde mit gemeinsamem Gesang beendet.
In den Ansprachen wurde der sechs Männer für ihren Mut, ihr Pflichtbewusstsein und ihren Einsatz während der Besatzung gedacht. Obwohl sie aus unterschiedlichen Orten stammten und verschiedene Aufgaben hatten, waren sie durch ihre Verbindung zu Kollund und durch die Opfer, die sie brachten, miteinander verbunden.
Die beiden Seiten des Steins erzählen daher eine gemeinsame Geschichte. Die eine erinnert an diejenigen, die im aktiven Kampf fielen. Die andere an diejenigen, die infolge von Gefangenschaft und Verfolgung starben.
Heute steht der Stein als lokales Gedenken an Anker Hansen, Karl Marius Laursen, Christian Fries, Hans Toft, Jensin Helfred Markussen und Andreas Sørensen Roos – und an den Preis, den der Kampf für Dänemarks Freiheit forderte.