Gedenkstein für den Gefreiten K.G. Jørgensen
Gedenkstein für den Gefreiten Karl Gunner Jørgensen
Einer der ersten dänischen Soldaten, die am 9. April 1940 fielen
Am Straßenrand nördlich von Lundtoftbjerg steht der Gedenkstein für Karl Gunner Jørgensen, der während der ersten Kämpfe an der deutsch-dänischen Grenze am 9. April 1940 fiel.
Karl Gunner Jørgensen wurde am 29. August 1917 in Søllested auf Westfünen als Sohn des Böttchers Niels Peder Jørgensen und seiner Ehefrau Karen geboren. Nach der Schulzeit arbeitete er zunächst in der Margarinefabrik von Glamsbjerg und begann später eine Ausbildung zum Molkereifachmann.
1939 wurde er zum Militärdienst beim 4. Bataillon in der Kaserne Odense eingezogen — einem Radfahrerbataillon, dessen Soldaten mit Fahrrädern oder Motorrädern ausrückten.
Er war 22 Jahre alt, als er fiel. Der Gedenkstein wurde kurz nach den Kämpfen von seinen Kameraden errichtet und steht heute als Erinnerung an Widerstand, Pflicht und Opferbereitschaft.
Foto: Historie Haderslev
Radfahrerzug auf dem Weg von Kliplev. Quelle: „Die militärischen Ereignisse vom 9. April 1940“
Alarmbereitschaft in der Nacht zum 9. April
In der Nacht zum 9. April 1940 befanden sich die dänischen Soldaten in Südjütland in Alarmbereitschaft. Der Befehl lautete, dass sie ruhen sollten:
„angekleidet, marschbereit und mit ihrer Ausrüstung bei sich“
Kurz nach 4 Uhr morgens kam die Meldung, dass deutsche Truppen die Grenze überschritten hatten. Wenige Minuten später wurde im Lager Søgård und in Kliplev Alarm ausgelöst, wo Karl Gunner Jørgensens Radfahrereinheit einquartiert war. Die Soldaten sprangen auf ihre Fahrräder und rückten zu den Stellungen bei Lundtoftbjerg aus, die sie zuvor eingeübt hatten.
Die Kämpfe bei Lundtoftbjerg
An der Eisenbahnunterführung südlich von Lundtoftbjerg bezog die Einheit unter Führung von Leutnant M. Gjermansen Stellung. Die dänischen Soldaten waren nur leicht bewaffnet und hatten kaum Deckung, eröffneten jedoch das Feuer auf die vorrückenden deutschen Panzerfahrzeuge.
Gjermansen beschrieb die Situation später folgendermaßen:
„Die Einheit war vollständig isoliert und ohne Deckungsmöglichkeiten irgendeiner Art.“
Die Kämpfe entwickelten sich rasch, mit Beschuss sowohl durch Panzerfahrzeuge als auch durch tief fliegende Flugzeuge. Über den Rückzug schrieb Gjermansen:
„Die beiden anderen Gruppen setzen den Rückzug fort … unter ziemlich starkem Beschuss.“
Während der Kämpfe wurde Karl Gunner Jørgensen in die Brust getroffen und getötet. Einige Zivilisten fanden später den gefallenen Soldaten und brachten ihn in Sicherheit.
Deutscher Panzer in Aabenraa, 9. April 1940. Die Deutschen waren den Dänen bei ihrem Angriff auf Dänemark kriegstechnisch überlegen. Foto: Th. Christesen, Frihedsmuseet
Foto: Museum Sønderjyllands Mediearkiv
Der Gedenkstein und das Andenken
Bevor die Kompanie das Gebiet verließ, errichteten die Kameraden einen Gedenkstein an der Stelle, an der Karl Gunner Jørgensen gefallen war. Der Stein stammte von einer Friedhofsmauer in Kliplev — einem Ort, an dem die Soldaten oft vorbeigegangen waren und gerastet hatten.
Die Kameraden baten den Pfarrer um Erlaubnis, den Stein als Denkmal zu verwenden, und einer der Soldaten meißelte die Inschrift selbst ein.
Die Inschrift lautet:
HIER FIEL FÜR DÄNEMARKS SACHE DER GEFREITE 72 K G JØRGENSEN AM 9.4.1940 ERRICHTET VON 4. BATL. 3. KOMP.
Später wurde Geld für einen Grabstein für Karl Gunner Jørgensens Grab auf dem Friedhof von Søllested gesammelt. Hauptmann A.E.G. Klein erhielt von jedem Mann der Kompanie 1 Krone, während der Steinmetz anbot, den Stein für 350 Kronen zu liefern, obwohl die Sammlung nur 150 Kronen erbrachte.
Das Denkmal bei Lundtoftbjerg steht heute als Erinnerung an die kurzen, aber intensiven Kämpfe in Südjütland am 9. April 1940 — und an die jungen dänischen Soldaten, die trotz äußerst geringer Chancen, die Invasion aufzuhalten, in den Kampf zogen.